Herzsport - wozu?

Wer nach einer Herzerkrankung in der Reha gewesen ist, weiß, wozu Bewegung und Sport gut sind. Sie sind nicht die Allheilmittel, aber sie helfen doch, ein gewisses Maß an Gesundheit zu bewahren.

Einer der uns betreuenden Ärzte meint zu diesem Thema:

„Bewegung und die richtige körperliche Aktivität sind entscheidend sowohl für die Vorbeugung als auch für die Rehabilitation bei der koronaren Herzkrankheit…

Bewegung gilt unbestritten als einer von vier zentralen Aspekten für ein längeres Leben – neben gesunder Ernährung, wenig Alkohol und Nichtrauchen.

Der heilsame Effekt angemessener körperlicher Aktivität beruht auf einer Vielzahl biologischer Mechanismen:

1.
Der Fettstoffwechsel kommt in Gang.
2.
Das Auftreten von Arteriosklerose wird verlangsamt.
3.
Der Blutzuckerspiegel sinkt.
4.
Der Blutdruck sinkt, denn die Gefäße werden elastischer.
5.
Das Herz kann effizienter arbeiten. Das Schlagvolumen, d.h. die bewegte Blutmenge pro Herzschlag, vergrößert sich. Die dadurch erhöhte Sauerstoffzufuhr verbessert die Fließeigenschaft des Blutes. Der Puls wird langsamer. Sie wissen ja: der langsam laufende Schiffsdiesel hält praktisch ewig, der hochdrehende Rennwagenmotor lebt kurz.
6.
Durch die Veränderung der Fließeigenschaft verbessert sich die Gerinnungseigenschaft des Blutes. Es bilden sich nicht mehr so schnell Gerinnsel, die einen Herzinfarkt auslösen können.
7.
Die Kalorienverbrennung wird beschleunigt. Überflüssige Pfunde schwinden schneller.
8.
Das Immunsystem wird gestärkt.
9.
Und nicht zu vergessen: die Psyche. Auch die Seele lacht beim Sport! Laufe, staune, gute Laune! Bei ernsten Erkrankungen spielt oft die Neigung zu Depression eine große Rolle. Bei Herzerkrankungen mehr noch als bei anderen Erkrankungen.

Erfände man ein Arzneimittel mit allen diesen Wirkungen, es wäre das Medikament des Jahrhunderts!

Und nur in der Gruppe und unter Anleitung ist es möglich, die eigentlichen Ziele des Koronarsports zu begreifen und zu verinnerlichen: nicht die Steigerung von Ausdauer und Leistung ist das Ziel, sondern die Vermeidung falscher Schonung, die Anpassung der Koordination, das Erkennen der vorhandenen Leistungsfähigkeit sowie deren Grenzen und die angstfreie Nutzung der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.“ (Dr. Hans-Georg Ratsch-Heitmann, Gründungsmitglied der Herzsportgruppe Wathlingen)


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